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Besser nicht in der Öffentlichkeit lesen: „Donnerstags im Fetten Hecht“ von Stefan Nink

7. Oktober 2012

Wer schon mal vor Lachen in einer Buchhandlung zusammengebrochen ist, durch lautes Losprusten in der Bahn die Blicke auf sich gezogen hat oder beim Plasmaspenden (also mit einer Nadel im Arm) dem Impuls zum Schenkelklopfen gefolgt ist, weiß wovon ich rede. Vor manchen Büchern muss man sich hüten, wenn man nicht auffallen oder keine Narben bekommen möchte. Der erste Roman von Stefan Nink gehört eindeutig in diese Kategorie.

Der Autor schickt seinen Protagonisten Siebeneisen auf Weltreise. Das alleine klingt noch nicht besonders vielversprechend. Allerdings lebt Siebeneisen normalerweise ganz beschaulich in Oer-Erkenschwick, wo er sich jeden Donnerstag mit seinen Freunden zum Tipp-Kick spielen trifft. Einer dieser Freunde, genannt Schatten, kann 50 Millionen erben, wenn es ihm gelingt, seine auf der ganzen Welt verstreuten Miterben zu finden. Siebeneisen ist der perfekte Kandidat für diese Aufgabe, schließlich ist er begeisterter Leser des National Geographic und schon ganze drei Mal verreist…

Stefan Nink nimmt seine Leser mit auf eine Weltreise und weiß dabei, über was er schreibt. Er hat die Orte selber besucht und wer weiß, welche von den aberwitzigen Situationen ihm tatsächlich passiert sind. Ich hatte unglaublich viel Spaß an den Szenen, deren Komik auf Sprachensalat beruht. Spätestebs mit dem Wort „Yüllgengloohb“ (Seite 15) hat mich das Buch in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Dank einer sehr bildhaften Sprache und sehr treffenden Vergleichen kam es mir so vor, als würde ich seinen Figuren die ganze Zeit über die Schulter schauen. Nink spielt geschickt mit Zeitsprüngen und baut E-Mails und Facebook-Kommentare seiner Figuren ein, was das Ganze noch abwechslungsreicher macht. Am Ende variiert er die Kapitellängen dramaturgisch geschickt, so dass die Geschichte spannend bis zur letzten Seite bleibt.

Obwohl der Roman oberflächlich „nur“ als lustig erscheinen kann, steckt sehr viel mehr darin. Man kann die Geschichte eigentlich schnell durchlesen, aber es lohnt sich, genauer hinzusehen um die ganzen Anspielungen und vor allem Filmverweise genießen zu können oder einfach mal nachzusehen, wieso einem der Name Georg Forster so bekannt vorkommt. Stefan Nink vermittelt ganz nebenbei einiges über Land und Leute, Fata Morganas im Eis, schwedische Entdecker – und nicht zuletzt „Ghostbbusters“ . Die Beschreibung ‚intelligente Unterhaltung‘ trifft es hier wohl.

Stefan Nink ist ein Buch gelungen, das mich bei der Lektüre sehr oft zum Lachen gebracht hat. Tolle Geschichte, tolle Figuren, toll geschrieben. Ich hoffe mindestens auf einen zweiten Roman! Dann bin ich gerne wieder mit von der Partie bei der Leserunde auf LovelyBooks.

Stefan wer? Das erfahrt ihr auf der Webseite des Autors oder auf der Webseite für das Buch.

Stefan Nink: Donnerstags im Fetten Hecht. Limes Verlag, 416 Seiten, 14,99 €.

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