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Ob Rita Falk und ich nach „Grießnockerlaffäre“ eine gemeinsame Zukunft haben?

3. Dezember 2012

Rita Falk hat mit ihren 3 Franz Eberhofer Büchern schon eine Art Marke geschaffen, die auch über Bayern hinaus Leser anzieht. Im Oktober ist nun ihr neues Buch erschienen.

Ich bin vor über einem Jahr per Zufall auf den ersten Eberhofer-Krimi „Winterkartoffelknödel“ aufmerksam geworden und hatte wirklich sehr viel Spaß beim Lesen. Die nächsten beiden Bücher der Reihe habe ich irgendwie verpasst, den zweiten Teil habe ich aber als Lesung von Christian Tramitz gehört. Ich wäre wohl von alleine nie auf ihn als Sprecher gekommen, aber die Kombination passt wirklich gut. Meine Vorfreude wuchs.

Nach dem Lesen ist bei mir Ernüchterung eingetreten. Waren meine Erwartungen zu hoch oder nutzt sich die Masche einfach nur ab? Die letzten Bücher hatte ich mit lauter Post-its verziert, um die Stellen zu markieren, an denen ich besonders viel Spaß hatte. Einige davon habe ich Freunden vorgelesen und habe die Sätze vor Lachen kaum über die Lippen bekommen. Jetzt gucken zwei einsame gelbe Zettel aus dem neuesten Buch. Im Nachhinein finde ich nur noch eine der markierten Stellen halbwegs lustig.

Zum Schmunzeln ist „Grießnockerlaffäre“ aber schon noch. Zusätzlich fand ich die Entwicklung der Familiengeschichte durchaus rührend. Eigentlich hätte mir diese Geschichte alleine sehr gut gefallen, glaube ich.
Grundsätzlich ist Rita Falk ihrer Linie treu geblieben: Eberhofer darf sich neben seinen Ermittlungen wieder mit seiner schwerhörigen Oma, seinem kiffenden Vater, seiner An-Aus-Beziehung Susi, mehr oder weniger fähigen Kollegen und natürlich den Niederkaltenkirchener Kneipenbesuchern rumschlagen. Dieses Mal ist er allerdings selber der Hauptverdächtige in dem Fall, der für mich so gar nicht zu dem leichten Ton der Provinzkrimis passen will. Die Motive für die beiden Morde, die aufgeklärt werden, haben, um es ganz klar zu sagen, mit Transvestitismus, Prostitution, Zwangsehe und sexuellem Missbrauch zu tun. Das kann an sich schon schwer im Magen liegen, aber in diesem Zusammenhang wird es besonders schmerzlich. Mir kam es so vor, als würde das Schicksal der Mörderinnen weggelacht. Ha ha, Glück gehabt, wirkt ja strafmildernd. Alles super also.
Mir persönlich ist bei der Auflösung der eventuell vorhandene Appetit auf die im Anhang abgedruckten Rezepte vergangen. Ich bin verwirrt und weiß nicht, wie Rita Falk für Eberhofer so einen Fall wählen konnte.

Beim nächsten Fall werde ich wieder neugierig sein, aber nicht direkt zugreifen.

Rita Falk: Grießnockerlaffäre. dtv, 240 Seiten, 14,90€.

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